Webseiten Geschwindigkeit testen und optimieren

In diesem Artikel stelle ich beliebte Werkzeuge zur Messung der Seitengeschwindigkeit vor.

Mit den Ergebnissen lässt sich relativ flott eine Aussage über die Geschwindigkeit einer Webseite treffen. Jedoch ist ein guter Performancewert (z. B. 89/100 Punkten bei Google Pagespeed) nicht zwangsläufig ein Indikator für eine schnelle Webseite.

Genauso sagt ein durchschnittlicher Wert (z. B. 74/100 Punkten) nicht aus, dass eine Webseite oder ein Shop langsam ist.

Häufig macht man sich unnötig einen Kopf darüber, warum man keine 100 Punkte hat und verschlimmbessert bei der Optimierung Dinge, die gut waren.

Im Folgenden eine Vorstellung der gängigsten Werkzeuge mit Links zum testen, Hinweise zu den Einstellungen und zu den Ergebnissen.

Ausführlich musst du deine Ergebnisse aber evtl. mit einem Fachmann besprechen, da bei jeder Webseite und jedem Shop unterschiedliche Faktoren herangezogen werden und optimiert werden müssen. Eine für jeden einheitliche Lösung gibt es hier kaum.

Vorbemerkung

Die Geschwindigkeit einer Webseite ist extrem wichtig und bis zur vollständigen Anzeige sollten unter 2 Sekunden vergehen – das erwarten Kunden von Onlineshops. Je schneller, desto besser.

Spätestens ab diesem Grenzwert verlierst du mit jeder Zehntelsekunde Kunden, die auch zum großen Teil nicht wiederkommen werden.

Achte also darauf, dass die Technik, Programmierung, die Optimierung (OnPage, Content, Bilder, responsive und Checkout) auf Geschwindigkeit und gute Nutzererfahrung ausgelegt sind.

Selbst Google hat getestet, wie sich eine langsame Webseite auswirkt – und 20% Nutzer verloren, wenn die Ladezeit um 0,5 Sekunden verlangsamt wurde. Also husch husch!

Google PageSpeed

Google liefert ein frei zugängliches Werkzeug, mit dem man sehr schnell eine Webseite auf Geschwindigkeit und Schwachstellen untersuchen kann.

PageSpeed Insights testet dabei die Performancefaktoren für Desktop und Handy und gibt gleichzeitig Empfehlungen, wie die Nutzererfahrung zu verbessern ist. Gerade bei der mobilen Ansicht vergisst man häufig zu testen, ob auch alles gut erreichbar und bedienbar ist und funktioniert.

Aber: das ist wichtiger denn je, seit Google den mobilen Index (also für Webseiten, die sich an alle Gerätegrößen anpassen) zum Hauptindex erkoren hat.

Screenshot der Startseite von Google Pagespeed Insights

Auf der Startseite gibt man einfach seine Domain in das entsprechende Feld und klickt „Analysieren“.

Wenige Sekunden später ist der Test beendet. (In einigen wenigen Fällen gibt es Probleme – in diesem Fall den Test einfach wiederholen.

Google speichert das Ergebnis für 30 Sekunden – wenn man also nebenbei Änderungen an der Webseite durchführt und erneut testet, muss man diesen Puffer im Auge behalten, den es abzuwarten gilt, bevor ein „frischer“ Test läuft.)

Das Ergebnis der Prüfung wird in übersichtlicher Weise präsentiert, getrennt nach Ergebnissen für Mobil und Desktop. Dabei gibt Google PageSpeed als Ergebnis nur eine Zahl aus, sagt aber nichts zu der tatsächlichen Ladezeit einer Webseite. Aus gutem Grund, da eine optimierte Webseite nicht zwangsläufig schnell sein muss und umgekehrt.

Screenshot der Startseite von Google Pagespeed Insights

Google gibt hinter jedem Link „Fehlerbehebung anzeigen“ einige kurze Hinweise, was konkret geändert werden soll.

Im Falle der Ergebnisse für Mobil werden auch Hinweise zur Nutzererfahrung mitgegeben. Z. B. ob Links auf dem Handy zu nahe beieinander und somit schwer zu klicken sind.

Verbesserungspotenzial Handy von Google Pagespeed für die Domain ecommerceseo.de

Alles in allem ist die offizielle Ressource von Google eine gute Anlaufstelle, um die eigene Seite zu testen.

Link zu PageSpeed Insights

 

Pingdom

Der Full Page Test (FPT) von Pingdom Tools gibt einem schnell einen graphisch extrem übersichtlichen und einfachen Überblick über die eigene Webseite.

Unterhalb des prominenten Eingabefensters findet man Erläuterungen zu den Icons, den Farben und den Server Response Codes. Die meisten Fragen, die sich bei der Benutzung von Pingdom ergeben, werden schon auf der Seite beantwortet.

Neben seinem Full Page Test bietet Pingdom auch noch einen Test zur Gesundheit des DNS (Domain Name System) und zu Ping und Traceroute.

Bevor man den Test startet, sollte man unterhalb des Eingabefensters auf „Settings“ klicken und den Standort auf Amsterdam stellen, da dies der nächstgelegene Teststandort für Kunden in Deutschland ist.

Wer natürlich einen Shop oder eine Webseite mit einer anderen geographischen Zielgruppe hat, nimmt einfach den Teststandort, der für diese Zielgruppe am nähsten liegt. Schließlich ist es unwesentlich, wie schnell die Webseite für uns ist – sie muss bei den Empfängern schnell ausgeliefert werden.

Screenshot der Startseite von Pingdom Tools mit Beispiel der Einstellungen

Nach einer kurzen Messung bekommt man die Ergebnisse in einer Zusammenfassung und im Detail präsentiert.

Wie man hier sehen kann, hat die Testseite einen Performancegrad von 74 von 100 Punkten. Schlecht?

Angesichts einer Ladezeit von 484 Millisekunden wohl kaum. Hier haben wir ein Beispiel, dass eine durchschnittliche Optimierung nicht zwingend eine langsame Webseite bedeuten muss. Aber was sagt der Performancegrad wirklich aus? Das sehen wir auf den folgenden Bildern.

Detaillierte Analyse der Seite ecommerceseo.de nach Performancefaktoren

Zunächst haben wir im ersten Tab die Waterfall Ansicht. Also in der Reihenfolge der Aufrufe. Mittels einem Mouseover kann man bei jedem Bereich die Aufschlüsselung sehen. Die Testseite ist ohne www. konfiguriert gewesen.

Würde die Abfrageurl mit www. eingegeben und getestet, hätten wir hier als erstes eine Umleitung auf die Version ohne www. und zusätzliche Ladezeiten.

So sehen wir, dass die Auflösung der DNS 66 Millisekunden dauert, das Verbinden weitere 67 Millisekunden. Das Warten auf Antwort schlägt mit 21 Millisekunden zu Buche. Zusammen mit dem Empfangen der ersten Daten mit 7 Millisekunden sind wir bei 161 Millisekunden, was doch relativ flott anmutet.

Ergebnis der Messung von Pingdom Tools für ecommerceseo.de

Im zweiten Tab, Performance Grade, sehen wir schließlich auch, wie der durchschnittliche Wert von 74 von 100 Punkten zustande kommt. Die erzielten Punkte werden zusammen addiert und durch die Anzahl der Bewertungsfaktoren geteilt.

D.h. 884 Punkte durch 12 ist 73,666 Punkte. Die Seite ist noch nicht in allen Belangen perfekt optimiert, deswegen ist sie jedoch nicht schlecht. Es hängt von der eigenen Seite und den eigenen Anforderungen ab, welche Bereiche abgedeckt werden müssen. Dies wird auch im Test bei WebPageTest.org weiter unten noch einmal deutlich.

Screenshot des Pingdom Tools Waterfall mit Details

Hinter dem Tab Server Response Code sehen wir, welche Probleme eventuell noch aufgetreten sind und wie sich der Traffic, die Ladezeiten, die Dateigrößen etc. aufgeteilt haben. In der mittleren Spalte sieht man z. B., dass der Großteil der Zeit für Bilder aufgewendet wurde.

Die Seitenanalyse zeigt, welche Inhalte am größten sind. Darunter sieht man, wie viele Requests (Anfragen) zu welchem Typ (Bilder, CSS, JS, html..) ausgeführt werden mussten, um alle Inhalte abzufragen.

Aufschlüsselung der Performancefaktoren für die Geschwindigkeitsmessung bei Pingdom

Pingdom ist ein sehr schönes Werkzeug, welches relativ tief und übersichtlich wertvolle Einblicke in Optimierungsgrad und Geschwindigkeit der eigenen Webseite gibt.

Link zu Pingdom Tools

 

Pagespeed.de

Ein Werkzeug, bei dem man sich um nichts kümmern muss, einfach testen kann und in leicht verständlicher Weise Informationen über die eigene Seite bekommt?

Pagespeed.de ist die ideale Lösung für einen schnellen Test und eignet sich aufgrund der Aufbereitung der Informationen besonders für Einsteiger, die nicht so technisch versiert sind.

Auf der Startseite gibt es eine Menge allgemeiner, hilfreicher Informationen. Am wichtigsten aber ist der Button „Test jetzt starten“ der links neben dem Tacho zu finden ist. Einfach URL eingeben und Ergebnis bekommen.

Startseite von Pagespeed.de zur Geschwindigkeitsmessung

Das Testergebnis für meine Testseite ist etwas langsamer als bei Pingdom, obwohl Pagespeed.de aus Deutschland testet, während Pingdom aus Amsterdam getestet hat.

Kleinere Schwankungen zwischen den Werkzeugen und Messzeitpunkten sind aber völlig normal. So kann man denselben Test auch mehrmals hintereinander in einem Tool machen und bekommt fast nie identische Ergebnisse.

Hier sind die Daten schön aufgeschlüsselt: ein Wert von 94 von 100 Punkten sieht gut aus. Auch, wenn der Wert alleine natürlich nichts zur tatsächlichen Geschwindigkeit der Webseite aussagt. Pagespeed.de zeigt allerdings gleich, wie viele Punkte in welchem Bereich erreicht wurden und ist somit auf einen Blick transparent.

Pagespeed Ergebnis von eCommerceSEO.de

Sehr gut gelöst ist die Zusammenfassung direkt unter den Server- und Website-Daten. Hier bekommt man einen Hinweis zu den möglichen Problemen und Verbesserungen.

In meinem Beispiel wird der Serverstandort in den USA angegeben – dies ist nur bedingt richtig, wird aber durch ein CDN (Content Delivery Network) im Test verursacht.

Wenn du ebenfalls einen „falschen“ Standort angezeigt bekommst, kann das ebenfalls daran liegen.

Sehr hilfreich sind die kurzen, knappen Erläuterungen.

Bei Latenz z. B. steht „Der Server liefert sofort die angeforderten Daten!“ und macht damit den Begriff der Latenz auch für technisch nicht versierte Nutzer greifbar.

Leider endet hier jedoch die Detailtiefe. Somit ist Pagespeed.de ideal für einen schnellen Test, der einem erste, wertvolle Hinweise gibt. Bei schlechteren Ergebnissen werden auch entsprechend mehr Informationen zur Lösung eingeblendet.

Wirklich tiefer gehen aber die Werkzeuge Pingdom und WebPageTest. Das soll Pagespeed.de nicht schmälern, da es ein wirklich ausgezeichnetes Werkzeug ist.

Endergebnis mit Details der Performancemessung von eCommerce SEO

Besonders hervorzuheben sind hier noch einige der Erklärungen auf der Webseite, wie z. B. dieser Abschnitt, der die Ursachen und Auswirkungen für verschiedene Szenarien beschreibt. Bei Pagespeed.de hat man sich Mühe gegeben, dass die Ergebnisse verständlich sind – keines der anderen Werkzeuge macht es in dieser Form dem Nutzer verständlich.

Allgemeine Informationen, welche Faktoren zur Performancesteigerung relevant sein können

Pagespeed.de ist somit ein gutes, knackiges Werkzeug, um die eigene Webseite zu analysieren und sich einen Überblick über den Zustand der eigenen Präsenz zu verschaffen. Eine wesentliche Einschränkung existiert jedoch:

Man kann, anders als bei den anderen hier vorgestellten Werkzeugen, nur die Hauptdomain testen. Das heißt es lässt sich z. B. https://www.newslettervergleich.de/ testen, nicht aber https://www.newslettervergleich.de/category/anbieter/. Alles nach der Hauptdomain wird ignoriert.

Link zu Pagespeed.de

 

WebPageTest

WebPageTest.org hat zwar nicht die schönste Oberfläche, aber wohl die genauesten Ergebnisse und die meisten Optionen aller vorgestellten Werkzeuge. Wer etwas tiefer nach Fehlern bohren möchte, sollte sich hier Einblick verschaffen.

Zum Start gibt man wie immer seine URL ein und wählt sowohl die Test Location, also den Standort, von wo aus getestet werden soll und man wählt seinen Browser.

Dies ist sehr interessant, da man hier die Reaktion und die Probleme mit den verschiedenen Browsern testen kann. Es ist dabei kein Werkzeug, um sich eine Webseite in verschiedenen Browsern anzusehen (wie z. B. Browserstack), sondern analysiert, wie der Aufbau, das Rendering, die Übertragung in einem jeweiligen Browsertyp ist. Man kann nur den Browsertyp (Chrome, Firefox, Safari, IE) auswählen, nicht aber die Version (also nicht testen, wie die Webseite im IE 7 ist).

Screenshot der Startseite von Webpagetest.org

Nach einer etwas längeren Wartezeit (je nachdem, welchen Platz man in der Schlange hat) wird der Test ausgeführt.

Dabei testet WebPageTest den erstmaligen und den wiederholten Besuch einer Webseite – und misst dabei, welche Ressourcen bei wiederholtem Besuch abgefragt werden und wie sich die Ladezeit verändert. Das Ergebnis sieht dann z. B. so aus wie im nächsten Bild.

Eine Farbskala mit Noten im Buchstabenformat gibt einen ersten, groben Überblick.

Wie schnell werden die ersten Daten (das erste Byte) übertragen? Werden Bilder komprimiert, Inhalte gecached und damit ohne neue Datenbankabfragen vorgehalten? Wird ein CDN (Content Delivery Network) benutzt, so erscheint im letzten Kasten ein Haken – ansonsten ein X.

In der Tabelle sieht man die Ladezeit und die verschiedenen Parameter beim erstmaligen und beim wiederholten Besuch inklusive aller Requests und zu ladenden Datenmenge.

2,338 Sekunden für den erstmaligen Besuch ist schon um einiges langsamer als bei den vorigen beiden Tests, aber immer noch schnell. Der wiederholte Besuch läuft dafür in Windeseile ab.

Screenshot der Ergebnisse von WebPageTest.org für ecommerceseo.de

Was hier auf der Übersicht in klein zu sehen ist, lässt sich auch mit einem Klick auf die Einträge in der Navigationsleiste noch größer anzeigen. So haben wir hier wieder eine Waterfall Darstellung, also die Reihenfolge, in der Inhalte geladen werden mit ihrer Aufschlüsselung.

Interessant ist in dieser Darstellung, dass wir klar z. B. fehlende Bilddateien sehen können – in meinem Fall fehlt ein header.png, welches ich gelöscht hatte.

Waterfall von WebPageTest für ecommerceseo

In der Darstellung Content Breakdown kann man sehen, welche Inhalte die meisten Anfragen (Requests) verursacht haben und wie viele Bytes dabei übertragen werden mussten. Auch hier ist es nach erstmaligem und wiederholten Besuch aufgeschlüsselt.

Content Breakdown von ecommerceseo.de

In der Full Optimization Checklist sehen wir dann auch, wo wir noch nicht volle 100% erreicht haben. Der fehlende Header sticht wieder eindeutig hervor. Aber auch einige Bilder, die nicht ausreichend komprimiert sind, werden hier angezeigt. Mit diesen Informationen lässt sich wesentlich tiefer an den Problemstellen anpacken.

Checkliste mit Fehlerübersicht bei WebPageTest.org

Alles in allem ist WebPageTest.org wohl das umfangreichste Werkzeug, wenn auch die optische Aufbereitung von allen wohl die hässlichste ist.

Informationen gibt es hier im Detail genügend und besonders die zwei verschiedenen Testläufe (erstmalig / wiederholt) bietet so kein anderes Werkzeug. Auch die Auswahl von Standort und Browser ist in der Form sonst nicht zu finden.

Das hebt WebPageTest.org klar von den anderen Werkzeugen ab. Das heißt aber nicht, dass es für jeden die richtige Wahl ist. Es gilt, das für die eigene Webseite und den eigenen Wissensstand passende auszuwählen.

Link zu WebPageTest.org

 

GTmetrix

GTmetrix ist ein Dienst, der verschiedene Testverfahren einbezieht und diese gesammelt anzeigt. Herauszustellen ist hierbei der separate Tab in den Ergebnissen, in denen die Yahoo! YSlow Ergebnisse angezeigt werden. Auf der Startseite findet man einige Informationen und ein großes Eingabefeld für die URL.

Startseite von GTmetrix zur Bestimmung der Webseitenperformance

Nach erfolgreichem Test werden die Ergebnisse übersichtlich angezeigt. Das System erkennt dabei, um welches System (z. B. WordPress) es sich handelt und gibt – sofern vorhanden – Optimierungstipps gleich mit dazu. Eine Ausgabe des Testergebnis als PDF ist ein nützlicher kleiner Zusatz.

Im Vergleich zu den anderen bisher ausgeführten Tests sehen wir hier zwar immer noch sehr gute Ergebnisse, zweimal den Grad A und Werte von 95, bzw. 92 von 100 Punkten, aber die Ladezeit ist mit 3,04 Sekunden deutlich langsamer, als bei den bisherigen Tests.

Auf den zweiten Blick sieht man aber, dass der Test von Vancouver, Kanada aus ausgeführt wurde. Das zeigt auch das einzige Manko, das GTmetrix offenbart: für einen direkten, schnellen Test kann man Browsertyp und Ort nicht einstellen.

Wer aber die kurzen zwei Minuten auf sich nimmt, um ein kostenloses GTmetrix Konto anzulegen, kann auch andere Browser und London als den nähsten europäischen Standort zum Test auswählen.

Kein riesen Aufwand, ein Konto anzulegen – es ist allerdings wichtig zu wissen, um sich von den Testergebnissen nicht in die Irre führen zu lassen.

Testergebnisse von ecommerceseo.de auf GTmetrix

Während der erste Tab der Testergebnisse uns die getesteten Werte und Ergebnisse sowie Zusatzinformationen, wie die Wichtigkeit der Optimierung angibt, zeigt uns der zweite Tab die Ergebnisse von Yahoo! YSlow, einem ebenfalls empfehlenswerten Service (siehe Ende dieses Artikels). In beiden Tabs ist neben dem Grad, der farblich hervorgehoben wird, ein kleines Pfeilsymbol.

Dieses Icon zeigt uns unsere Ergebnisse im Vergleich zum Durchschnitt. So ist ein grüner Pfeil nach oben ein Ergebnis, das besser ist als der Schnitt, ein gelber Doppfelpfeil sagt uns, dass wir im Mittel liegen und ein roter Pfeil nach unten zeigt an, dass wir hier unter Durchschnitt liegen.

GTmetrix YSlow Score

In der Timeline finden wir den sogenannten Waterfall, die Dauer des Ladens der einzelnen Ressourcen der Reihenfolge nach. Hier kann man die Ergebnisse mit einem Klick auf das Plus am Anfang einer jeden Zeile aufklappen und erhält detaillierte Informationen zum jeweiligen Eintrag in übersichtlicher Weise.

GTmetrix Waterfall der Testergebnisse

GTmetrix liefert in der kostenlosen Variante (auch ohne Benutzerkonto) viele wertvolle Einsichten in die eigene Webseite und den Zustand der einzelnen Teilbereiche, gibt Hinweise zur Optimierung und zeigt, wo der Hase im Pfeffer liegt.

Link zu GTmetrix (einen Tipp für einen günstigen GTmetrix PRO Plan gibt es unten bei Bonus)

 

DareBoost

DareBoost ist ein relativ neues Angebot mit großem Funktionsumfang.

Ähnlich wie WebPageTest.Org, Pingdom und GTmetrix liefert DareBoost Detailinformationen, bietet dazu aber Filter für die Navigation der Ergebnisse und eine modernere Optik. Außerdem lassen sich (nach Anmeldung) auch Vergleichsanalysen zwischen zwei Webseiten (z. B. eigene und Mitbeweber) oder zwischen der Desktop und der mobilen Version einer Webseite – ähnlich wie bei Google PageSpeed – anstellen. Dies erlaubt einen schnellen Überblick über alle möglichen Faktoren.

DareBoost Startseite Geschwindigkeit analysieren

Gibt man eine Webseite ein, wählt Desktop oder mobil aus, den gewünschten Browser und den Standort (z. B. Frankfurt) und klickt auf analysieren, erhält man einen detailliert aufgeschlüsselten Bericht:

Ergebnis der Seitenanalyse von DareBoost

Hier findet man alle Informationen schnell zusammengefasst. Der übliche Gesamtwert wird neben den Fehlern und einem Screenshot der Seite angezeigt. Direkt darunter werden noch einmal ausgegraut die Testparameter dargestellt. Darunter die Übersicht der Requests und der Seitengröße, der First Byte Time, der Render- und Ladezeit. Mit einem Klick auf die darunterliegenden Buttons kommt man zur Waterfall View, Detailansichten und der Filmstrip Darstellung.

Mit einem Klick auf „Enable Monitoring“ kann die regelmäßige Prüfung der Seite angestoßen werden – je nach Paket (Gratis oder eines der bezahlten Upgrades) auch mehrere Seiten. Der aktuelle Bericht lässt sich auch einfach als PDF herunterladen; mit Upgrade kann das Branding nach Belieben verändert werden. Die Compare Funktion ermöglicht den Vergleich von verschiedenen Webseiten untereinander oder die Unterschiede zwischen der mobilen und der Desktop Version.

Die Best Practices sind anschließend übersichtlich darunter dargestellt, mit einem Klick auf einen der Punkte springt man zur Analyse der jeweiligen Faktoren und erhält genaue Details. Sehr schön ist bei DareBoost, dass sich auch nur die gewünschten Filter anzeigen lassen. Die Form der Darstellung und Übersichtlichkeit ist hier besser als bei den anderen getesteten Alternativen. Einzig GTmetrix bietet es in seiner Darstellung als Tabs noch kompakter und aufgeräumter.

DareBoost Kundenbereich mit Extras

Eingeloggt bietet DareBoost einen übersichtlichen Navigationsbereich, in dem sich regelmäßige Monitorings, Reports, Analysen und Seitenvergleiche verwalten und kontrollieren lassen. Je nach Paket ist eine entsprechende History dabei. Bei Upgrade gibt es auch Extras, wie z. B. die Auswahl verschiedener Bildschirmgrößen, unterschiedliche Testgeschwindigkeiten (simuliert Anbindung bis zu 100 MB) und die Möglichkeit, den Test privat durchzuführen. Weitere Details zu den Upgrades und Funktionen beschreibt DareBoost auf ihrer Webseite.

Mit DareBoost erhält man eine modern übersichtliche Analyse mit vielen Optimierungsvorschlägen und der Möglichkeit, die Ergebnisse als Bericht herunterzuladen. Im Gegensatz zu GTmetrix kann man hier auch in der kostenfreien Version die Standorte wechseln und den Bericht downloaden. Damit ist DareBoost ein guter Kompromiss und weist auch auf interessante Dinge hin, die bei anderen Analysen vielleicht leichter übersehen werden.

Link zu DareBoost

 

Bonus

  1. Wer seine Webseite direkt im Browser mittels einer Erweiterung testen möchte kann auf YSlow zurückgreifen. Das beliebte Werkzeug hilft zuverlässig, wichtige Informationen über die eigene Webseite zu sammeln.
  2. Wer GTmetrix PRO verwenden möchte, kann sich seinen eigenen Plan zusammenstellen. Dazu auf der Seite mit den Preisübersichten einfach bei „CUSTOM“ auf CREATE klicken oder auf CREATE a PLAN. Anschließend z. B. die Einstellungen wie auf dem Screenshot vornehmen und die jährliche Zahlweise auswählen. Anschließend kann man von jedem beliebigen Standort aus regelmäßig testen.

GTmetrix PRO günstig nutzen custom plan

 

Fazit

Es gibt verschiedene Werkzeuge mit unterschiedlicher Tiefe der Dateninterpretation. Manche Werkzeuge glänzen mit Optik, Einfachheit, Verständlichkeit, während andere mit Datentiefe, verschiedenen Options- und Abfragemodi und besonderen Funktionen aufwarten. Was für das eigene Projekt geeignet ist, muss man selbst herausfinden.

Der Einsteiger ist mit Pagespeed.de sicher gut bedient, kann aber nur die Hauptdomain und keine Verzeichnisse testen, während Pingdom, WebPageTest, GTmetrix und DareBoost tiefere Analysen ermöglichen, bei denen man gerne auch mal technisches Personal mit zurate ziehen kann. Google PageSpeed zeigt uns dafür Nutzererfahrung und mobile Ansicht und auch, worauf Google allem Anschein nach aktuell so achtet. Außerdem können Pingdom, WebPageTest und Google PageSpeed auch beliebige Verzeichnisse oder Subdomains testen.

Jedes der Werkzeuge wird unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich der Geschwindigkeit und des Optimierungszustands liefern und jedes Werkzeug misst und gewichtet unterschiedliche Parameter unterschiedlich schwer. Im Einzelfall muss man immer darauf achten, welche Faktoren als nicht optimal eingestuft werden und ob es sich lohnt, diese zu verbessern, nur um einen vollen Punktewert zu erhalten. Oftmals sind einige der Empfehlungen Korinthenkackerei und nicht der Mühe wert. In den meisten Fällen aber findet man so einige große Fallstricke, die unbedingt ausgeräumt werden müssen.

Schreibe einen Kommentar