SEO-Optimierung: die ultimative Anti-Anleitung

Wer seine Webseite so richtig vergrätzen möchte, um möglichst keine Beachtung von Google & Co. zu bekommen, findet hier die ultimative Anti-Anleitung.

Ziel ist es, dein Projekt so mies zu machen, dass Google dein Projekt richtig schlecht rankt oder – noch besser – gleich ganz aus dem Index wirft.

Falls du aber gerade in Google & Co. gut gefunden werden willst, mach vielleicht das Gegenteil von ein paar der Dinge, die ich dir hier aufliste.

Bist du bereit? Dann mal los. Wenn du auch nur die Hälfte der hier genannten Punkte umsetzt, bist du so gut wie raus aus Google. Herzlichen Glückwunsch!

Die Technik

..ist bei weitem nicht so wichtig, wie alle immer tun.

Wenn ich ein gutes Angebot habe oder der einzige Händler bin, dann müssen die Kunden bei mir kaufen und auch warten, bis meine Webseite geladen ist.

Sie werden sich nicht nach Alternativen umsehen. Besonders nicht bei ebay oder Amazon. Oder bei einem anderen Händler.

Solche Argumente sind nur Geldschneiderei, um teure SEO-Maßnahmen, Server, etc. zu verkaufen!

  • Verwende langsame Server mit hoher Antwort- und Ladezeit. Ideal ist es, wenn deine Seite nach 12-20 Sekunden aufgebaut ist.
  • Füge in deiner robots.txt ( zu finden unter domainname.de/robots.txt ) unbedingt folgendes ein:
    User-agent: *
    Disallow: /
  • Stelle sicher, dass der <meta name=“robots“ content=“noindex,nofollow“> ( oder einfach „none“ ) gesetzt ist. Sperr die bösen bösen Suchmaschinen Bots aus!
  • URLs sollte niemals „sprechend“ sein. Das ist nur ein Modewort von SEO-„Fach“-Leuten.
    domainname.de/index.php?id=448613387&cat=ca99ejlcat_994h.aspx ist genauso gut!
  • Setze unbedingt auf Flash! Nutze ein Flashintro mit lauter Musik oder lasse gleich die gesamte Seite in Flash erstellen.
  • HTML5 ist nicht besser als HTML. Immer kommt eine neue Technik daher, damit man für teures Geld seine Seite umarbeiten lassen muss.
  • CSS3 schlägt in dieselbe Kerbe. Wozu CSS, wenn ich alles mit Bildern lösen kann? Schatten sehen als Bild eh viel realistischer aus!

Sicherheitsbedenken

..solltest du einfach beiseite räumen. Ganz ehrlich: wer so dumm ist, deine Seite zu besuchen, muss damit rechnen, dass er sich etwas einfängt.

  • Sichere deine Webseite nicht ab, nutze keinen Schutz der Login-Seiten
  • Nimm das billigste shared hosting überhaupt. Am besten im Ausland, wo du dich auch nicht um den Datenschutz kümmern musst.
  • Malware-Schutz / -Scan? Wozu?
  • Schadcode entfernen? Meh..
  • Server absichern lassen? Security-Audit? Von wegen!
  • SSL-Verschlüsselung? Dass ich nicht lache. Das ist nur für Pussy’s!
  • Datenbanken vor SQL-Injection schützen? Pfff…. hahahahaha!
  • XSS? Nie gehört. In Wahrheit ist das nur ein Schreibfehler von CSS. Einfach nicht beachten.
  • 0-day? So heißt der neue Blockbuster im Kino.
  • Updates deines CMS? Wieso, läuft doch?!

Deine Bilder

..gehören dir und deshalb solltest du alles tun, damit Google sie nicht im Index aufführt, sondern ein Nutzer sie nur auf deiner Webseite sehen kann.

  • Verwende auf keinen Fall progressiv skalierende Bilder! Das klingt schon so rechts.
  • Entferne niemals unnötige Bildinformationen, wie z. B. nicht benötigte Farben.
  • Lade Bilder immer in der höchsten Auflösung und Dateigröße hoch. Druckqualität mit 300dpi ist das Mindeste! Daran erkennt Google & Co., dass du Wert auf Qualität legst.
  • Bilder dürfen keinen beschreibenden Dateinamen haben, keinen Titel, keinen Alternativtext.
  • Bilder in jedem Fall in etwas nichtssagendes wie DIIENLLSIEXXIEN7749930.JPG umbenennen.
  • Umlaute sind in Dateinamen fast schon Pflicht!

Deine Inhalte

..liest eh niemand. Die sind nur für Google geschrieben. Keyworddichte und so. Ich kenn mich aus.

  • Text sollte immer so allgemein wie möglich formuliert sein, damit sich jeder angesprochen fühlt.
  • Wichtige Passagen alle fett! Wenn dein gesamter Artikel wichtig ist, mach alles fett!
  • Besonders wichtige Aussagen nur in GROSSBUCHSTABEN SCHREIBEN! DAS MACHT EINDRUCK!
  • Um Schreibfehler musst du dich nicht kümmern, da Google eh eine automatische Korrektur hat und damit erkennt, dass du auch alternative Schreibweisen verwendest.
  • Je kleiner die Schriftgröße, desto mehr Inhalt passt auf eine Seite. Damit ersparst du übrigens auch Handys die Arbeit, den Inhalt kleiner darzustellen.
  • Je größer die Schriftgröße, desto eher erkennt Google, dass es sich hier um etwas besonders wichtiges handelt.
  • <h1> Überschriften werden normal am größten dargestellt. Schreib so viel wie möglich in <h1>!

Onlineshops

Betreibst du einen Onlineshop?

Onlineshops sind ein ganz spezielles Tier in Google’s Zoo. Ständig möchte uns Google Vorschriften machen, wie wir was zu gestalten haben. Schluss damit! Die ultimative Anti-Anleitung für die Shop-Optimierung zeigt auf einfache Weise, wie wir Google die Suppe gründlich versalzen, so dass uns diese lästige Suchmaschine nicht mehr aufsucht und im Idealfall ganz aus dem Index wirft!

Mit dieser Anleitung vergraulen wir unsere Kunden und haben Ruhe vor lästigen Fragen, Bestellungen und den ständig wechselnden Anforderungen von Google!

OnlineShops sind cool

..weil verkaufen im Internet viel einfacher ist als im stationären Handel.

Schließlich brauche ich keine Angestellten, keine Berater, habe immer geöffnet und kann Kunden auf der ganzen Welt erreichen. Es gibt keine Nachteile!

  • Verzichte auf Hilfeseiten und häufige Fragen. Der Kunde kennt das heute alles und langweilt sich nur über solche Informationen!
  • Virtuelle Anproben und Produktberater sind nur schnickschnack, die deine Kunden langweilen.

Die Suchfunktion

..wird eh nicht verwendet. Entweder weiß der Kunde, was er will, wenn er in den Shop kommt oder er klickt sich durch die Kategorien. Himmel, dafür habe ich sie doch?!

  • Die Suche soll keine Vorschläge anzeigen, der Kunde wird davon nur erschreckt!
  • Die Suche soll auch keine Schreibfehler korrigieren. Bei Schreibfehlern setzt beim Kunden automatisch ein Lerneffekt ein und er wird sich immer positiv an meinen Shop erinnern, wo er auf seinen Fehler so vorbildlich aufmerksam gemacht wurde.

Produkte

..verkaufen sich von selbst. Einfach nur hochladen und die Kunden werden kaufen. Es ist so einfach!

  • Herstellertexte für die Artikelbeschreibung kann man ganz einfach importieren und sie funktionieren. Wozu würde der Hersteller sie sonst mitliefern!
  • Zusätzliche Ergänzungen am Text, Korrigieren von Schreibfehlern oder weitere Angaben sind völlig unnötig. Der Kunde sieht doch alles!
  • Der Warenkorbbutton sollte eine unauffällige Farbe haben, z. B. ein ganz helles gelb vor weißem Hintergrund, damit er nicht auffällig ist und dem Kunden nicht unangenehm ins Auge springt. Alles andere wirkt bedürftig!
  • Ob Streichpreise, Angebotspreise, Staffelpreise oder der Normalpreis: alles bleibt am besten in derselben Farbe, Größe und ganz nahe beieinander. Nur so hat der Kunde den besten Überblick.
  • Verwenden Sie keine 360° oder gar 3D-Produktbilder. Kunden sind damit überfordert und schlagen in der Folge im Regelfall auf ihren PC oder Bildschirm ein. Das kann Schadenersatzklagen nach sich ziehen!
  • Verwenden Sie ebenfalls niemals Videos auf den Produktseiten, um ein Produkt im Einsatz zu zeigen oder den Aufbau zu veranschaulichen. Kunden verschwenden hier nur Zeit auf dem Shop und verbrauchen wertvolle Bandbreite, ohne das Produkt zu kaufen. Lenken Sie den Kunden nicht mit derartig unnötigen Inhalten davon ab, sofort zu kaufen!
  • Außerdem halten Videos die Besucher unnötig lange auf dem Shop und behindern damit die Zugriffe anderer Kunden! Weg damit!

Kategorien

…kann man anbieten, muss man aber nicht. Der Kunde will eh am liebsten stöbern und sich vom Angebot überraschen lassen. Das steigert die Entdeckerfreude und fördert Erfolgserlebnisse zutage, wenn er einen interessanten Artikel ohne Hilfe gefunden hat!

  • Setzt man auf Kategorien, sollte man diese so weit wie möglich verschachteln und aufdröseln. Nichts ist schlimmer, als wenn der Kunde zu viele Ergebnisse auf einmal sieht und total verwirrt vom dem PC einen Blackout hat, weil er überfordert wurde.
  • Unterkategorien sollten am linken oder rechten Bildschirmrand angezeigt werden, wo man sie nicht erwartet. Weil man sie eben dort nicht erwartet, ist der Merkeffekt viel größer.
  • Kunden lieben es, wenn die Kategorienamen in einer anderen Sprache sind, das unterstreicht Multikulturalität.

Ratgeber

..braucht es aber mal wirklich nicht. Ich gebe Ihnen mal einen Rat: wenn die Kunden einen Ratgeber brauchen, dann wollen sie auch nichts bei Ihnen kaufen, sondern nur Informationen und dann gehen sie doch gleich wieder zum Preisvergleichsportal.

Checkout

  • Fragen Sie so viele Informationen wie möglich ab. Vom Namen und der Anschrift über das Geburtsdatum, Haustiere, Namen der Kinder, ihre sexuelle Vorlieben, Lieblingsessen, Hutgröße und Dinge, für die sie sich schämen. Je genauer Sie den Kunden kennen, desto genauer könnten sie ihn bedienen. Könnten. Tun sie aber eh nicht.
  • Dröseln sie den Checkout auf viele Schritte auf. Je mehr Schritte es sind, desto eher wird der Kunde glauben, heute Sport gemacht zu haben. Sie machen den Kunden also während des Einkaufens noch fit! Dafür gebührt Ihnen eigentlich eine Auszeichnung.
  • Achten Sie darauf, dass Formulareingaben ständig wiederholt werden müssen, z. B. einmal bei der Lieferadresse und einmal bei der Rechnungsadresse und ihr System die Daten nicht automatisch übernimmt. Das verursacht unnötig Rechenbedarf von ihrem Shop und außerdem Datenschutz!
  • Bieten Sie nur die Zahlung mittels Überweisung an. Der typische deutsche Kunde liebt nichts mehr als sein Auto und sein Sparbuch. Und er ist es gewohnt, auf die Sparkasse zu gehen und dort seine Bankgeschäfte am Schalter zu erledigen. Neumodischer Schnickschnack wie Päipaal, Plastikgeld, Afterton Checkout, Klar na? etc. kommen überhaupt nicht gut an. Wer soll dem Scheiß denn vertrauen?!
  • Wenn der Kunde den Kauf abgeschlossen hat, zeigen Sie keine Erfolgsmeldung oder Dankeseite oder schicken ihm gar eine Bestätigung. Im besten Fall ist der Kunde verwirrt und bestellt einfach nochmal. Mehrumsatz für Sie!

Datenschutz

Wurde schon mehrfach angesprochen, ist aber eigentlich völlig irrelevant. Wer interessiert sich schon dafür, was der Herr Meier bei Ihnen im Shop gekauft hat? Die zwei Packungen Hundefutter, der Dildo, das Glas Honig und das Panzertape sind nichtssagend und lassen z. B. keine Rückschlüsse auf die sexuellen Vorlieben von Herrn Meier zu.

Newsletter

Sollten Sie nur anbieten, wenn Sie auch tatsächlich jeden Tag eine Nachricht verschicken. Wenn der Kunde Ihnen schon seine E-Mail Adresse anvertraut, sollten Sie das auch honorieren, indem Sie so oft wie möglich schreiben. Nur dann fühlt sich Ihr Kunde wertgeschätzt!

  • Abmeldungen vom Newsletter können Sie getrost ignorieren, die Einwilligung kann nicht zurückgenommen werden
  • Schreiben Sie so viel wie möglich an Verkaufsargumenten in den Newsletter, damit der Kunde sofort nachbestellt
  • Am besten machen Sie die Newsletteranmeldung verpflichtend oder weisen den Kunden gar nicht darauf hin, dass Sie seine Adresse für Ihren Newsletter verwenden werden
  • Hängen Sie am besten immer interessante Bilder aus Ihrem Shop oder Ihrem letzten Urlaub an den Newsletter mit an. Zeigen Sie Ihrem Kunden, wie gut sie es haben und dass er es auch so gut haben kann, wenn er Ihre Produkte kauft.

Mit diesen Tipps schaffen Sie es sicher in Windeseile, dass Google & Co. Ihnen Ihren verdienten Platz in den Suchmaschinen zugestehen.

Und denken Sie immer daran: Ihre Webseite – Ihre Regeln.

Wem das nicht passt, der weiß nicht, was er verpasst und kann sich zum Teufel scheren.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

 

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